Was bewirken Mietendeckel, Mindestlohn oder Zölle wirklich? 15 kurze Kapitel prüfen gut gemeinte Markteingriffe an ihren Folgen — mit interaktiven Modellen zum Selbstausprobieren.
Diagramm: Preis (P) auf der senkrechten, Menge (Q) auf der waagerechten Achse. Die Nachfragekurve fällt, die Angebotskurve steigt; ihr Schnittpunkt ist das Gleichgewicht (P*, Q*). Eine waagerechte Linie zeigt einen Preisdeckel PD. Liegt er unter dem Gleichgewichtspreis, wird mehr nachgefragt (QN) als angeboten (QA); die Differenz QN − QA ist die Knappheit.
Max Weber unterschied zwei Maßstäbe für politisches Handeln: Die Gesinnungsethik fragt nach der guten Absicht, die Verantwortungsethik nach den Folgen. Diese Website fragt nach den Folgen.
Mehr Lohn für die Schwächsten — wer kann dagegen sein?
WirkungGemischte Ergebnisse
Gut für viele — aber nicht für alle. Kontext entscheidet.
Das Ergebnis ist nuancierter: Wer seinen Job behält, verdient mehr — und oft geht keine Beschäftigung verloren (Card & Krueger 1994). Für jene am äußersten Rand des Arbeitsmarkts droht aber der Ausschluss, etwa durch Automatisierung.
„Wir geben unsere Stahlindustrie auf“ klingt nach Verrat.
WirkungGute Ergebnisse
Niedrigere Preise, mehr Wohlstand — für alle Konsumenten.
Doch 200 Jahre ricardianische Theorie und empirische Evidenz belegen: Freihandel steigert den Gesamtwohlstand. Bushs Stahlzoll 2002 (George W. Bush, Section 201): rund 200.000 Stahlarbeiter geschützt — während in den nachgelagerten, stahlverarbeitenden Industrien mit rund 8 Millionen Beschäftigten nach Schätzungen etwa 200.000 Jobs verloren gingen.
Die Karte zeigt es: Das Gefühl sagt wenig über die Wirkung. Deshalb fragt jedes Kapitel nicht, wie sich ein Eingriff anfühlt, sondern was er bewirkt.
Methode
So funktioniert ein Modell
Den Preisdeckel ganz oben hast Du vielleicht schon verschoben. Hier siehst Du in vier Schritten, was dabei passiert. So arbeitet jedes Modell in den Kapiteln: Du veränderst eine Größe und siehst, was daraus folgt.
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01 — Ausgangslage
Ein Markt im Gleichgewicht
Je höher der Preis, desto mehr wird angeboten und desto weniger nachgefragt. Wo sich beide Kurven schneiden, passt beides zusammen: Wer zum Preis P* kaufen will, findet ein Angebot.
02 — Gut gemeint
Ein Preisdeckel soll helfen
Der Preis gilt als zu hoch. Also setzt die Politik eine Obergrenze unterhalb des Gleichgewichtspreises: Niemand soll mehr bezahlen müssen. Das fühlt sich gerecht an.
03 — Nicht gut gemacht
Die Lücke geht auf
Zum gedeckelten Preis wird weniger angeboten und mehr nachgefragt. Zwischen beiden Mengen entsteht eine Lücke, die Knappheit: QN − QA.
04 — Die Lehre
Was zählt, ist das Ergebnis
Die Absicht war ein niedrigerer Preis. Das Ergebnis: Es wird weniger angeboten als zuvor, und wer leer ausgeht, hat vom niedrigen Preis nichts. Gut gemeint ist eben nicht gleich gut gemacht.
Deckel über P*: greift noch nichtGleichgewicht: QA = QNPreisdeckel: PD < P*Knappheit = QN − QA > 0Absicht: P sinkt · Ergebnis: Q sinkt
Diagramm mit dem Preis (P) auf der senkrechten und der Menge (Q) auf der waagerechten Achse. Die Nachfragekurve fällt, die Angebotskurve steigt. Im Schnittpunkt liegen der Gleichgewichtspreis P* und die Gleichgewichtsmenge Q*. Ein Preisdeckel PD unterhalb von P* senkt die angebotene Menge auf QA und erhöht die nachgefragte Menge auf QN. Die Differenz QN − QA ist die Knappheit. Zwei Pfeile fassen zusammen: Absicht — der Preis sinkt von P* auf PD; Ergebnis — die angebotene Menge sinkt von Q* auf QA.
In jedem KapitelVom Argument zur Evidenz
Argument lesen
Lies, was eine Maßnahme erreichen soll und was die ökonomische Theorie dazu sagt.
Regler bewegen
Verändere Elastizitäten, Steuersätze oder Marktparameter und sieh die Wirkung sofort.
Mit der Evidenz vergleichen
Vergleiche die Vorhersage des Modells mit Studien und Daten. Die Modelle sind vereinfacht, die Realität ist komplexer.