Volkswirtschaftliche Analyse — 2026

Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht

Was bewirken Mietendeckel, Mindestlohn oder Zölle wirklich? 15 kurze Kapitel prüfen gut gemeinte Markteingriffe an ihren Folgen — mit interaktiven Modellen zum Selbstausprobieren.

Live-Modell · Preisdeckel
Preis (P) Menge (Q) P* Q* Nachfrage Angebot Gleichgewicht
QA
QN
PD PreisdeckelDeckel
Knappheit

Deckel unter dem Gleichgewichtspreis: Es wird mehr nachgefragt (QN) als angeboten (QA) — Knappheit.

Deckel über dem Gleichgewichtspreis: Er greift nicht — der Markt bleibt im Gleichgewicht.

Das ganze Modell im Kapitel Mietendeckel

Diagramm: Preis (P) auf der senkrechten, Menge (Q) auf der waagerechten Achse. Die Nachfragekurve fällt, die Angebotskurve steigt; ihr Schnittpunkt ist das Gleichgewicht (P*, Q*). Eine waagerechte Linie zeigt einen Preisdeckel PD. Liegt er unter dem Gleichgewichtspreis, wird mehr nachgefragt (QN) als angeboten (QA); die Differenz QN − QA ist die Knappheit.

Was sich gut anfühlt, wirkt nicht immer gut

Max Weber unterschied zwei Maßstäbe für politisches Handeln: Die Gesinnungsethik fragt nach der guten Absicht, die Verantwortungsethik nach den Folgen. Diese Website fragt nach den Folgen.

Zum Ethik-Kapitel
Gesinnungsethik — Die Ethik der Absicht

Gefühl

„Es zählt, was ich will“

Ihre Frage: Fühlt es sich gut an?

Verantwortungsethik — Die Ethik der Konsequenz

Wirkung

„Es zählt, was ich bewirke“

Ihre Frage: Wirkt es gut?

Maßstab dieser Website

Drei Fälle auf einer Karte

Die unbequeme Wahrheit: Ob sich eine Maßnahme gut anfühlt und ob sie gute Ergebnisse erzielt, hängt kaum zusammen.

Weiterscrollen: Die drei Beispiele wandern an ihren Platz.

Mietendeckel

GefühlFühlt sich gut an

„Wir schützen Mieter vor Ausbeutung.“

Solidarität mit Mietern, Kampf gegen gierige Vermieter — das fühlt sich gerecht an.

WirkungSchlechte Ergebnisse

Weniger Wohnungen, längere Wartelisten, Schwarzmarkt.

Das Ergebnis in Berlin 2020–2021: rund 50 % weniger Mietinserate, Investitionsstopp, Wohnungsknappheit verschärft sich. Wer hilft, schadet.

Mindestlohn

GefühlFühlt sich gut an

„Wir geben den Geringverdienern Würde zurück.“

Mehr Lohn für die Schwächsten — wer kann dagegen sein?

WirkungGemischte Ergebnisse

Gut für viele — aber nicht für alle. Kontext entscheidet.

Das Ergebnis ist nuancierter: Wer seinen Job behält, verdient mehr — und oft geht keine Beschäftigung verloren (Card & Krueger 1994). Für jene am äußersten Rand des Arbeitsmarkts droht aber der Ausschluss, etwa durch Automatisierung.

Freihandel statt Zölle

GefühlFühlt sich schlecht an

„Wir kapitulieren vor dem Ausland.“

„Wir geben unsere Stahlindustrie auf“ klingt nach Verrat.

WirkungGute Ergebnisse

Niedrigere Preise, mehr Wohlstand — für alle Konsumenten.

Doch 200 Jahre ricardianische Theorie und empirische Evidenz belegen: Freihandel steigert den Gesamtwohlstand. Bushs Stahlzoll 2002 (George W. Bush, Section 201): rund 200.000 Stahlarbeiter geschützt — während in den nachgelagerten, stahlverarbeitenden Industrien mit rund 8 Millionen Beschäftigten nach Schätzungen etwa 200.000 Jobs verloren gingen.

Die Karte zeigt es: Das Gefühl sagt wenig über die Wirkung. Deshalb fragt jedes Kapitel nicht, wie sich ein Eingriff anfühlt, sondern was er bewirkt.

So funktioniert ein Modell

Den Preisdeckel ganz oben hast Du vielleicht schon verschoben. Hier siehst Du in vier Schritten, was dabei passiert. So arbeitet jedes Modell in den Kapiteln: Du veränderst eine Größe und siehst, was daraus folgt.

  1. 01 — Ausgangslage

    Ein Markt im Gleichgewicht

    Je höher der Preis, desto mehr wird angeboten und desto weniger nachgefragt. Wo sich beide Kurven schneiden, passt beides zusammen: Wer zum Preis P* kaufen will, findet ein Angebot.

  2. 02 — Gut gemeint

    Ein Preisdeckel soll helfen

    Der Preis gilt als zu hoch. Also setzt die Politik eine Obergrenze unterhalb des Gleichgewichtspreises: Niemand soll mehr bezahlen müssen. Das fühlt sich gerecht an.

  3. 03 — Nicht gut gemacht

    Die Lücke geht auf

    Zum gedeckelten Preis wird weniger angeboten und mehr nachgefragt. Zwischen beiden Mengen entsteht eine Lücke, die Knappheit: QN − QA.

  4. 04 — Die Lehre

    Was zählt, ist das Ergebnis

    Die Absicht war ein niedrigerer Preis. Das Ergebnis: Es wird weniger angeboten als zuvor, und wer leer ausgeht, hat vom niedrigen Preis nichts. Gut gemeint ist eben nicht gleich gut gemacht.

    Selbst ausprobieren: Kapitel Mietendeckel

Diagramm mit dem Preis (P) auf der senkrechten und der Menge (Q) auf der waagerechten Achse. Die Nachfragekurve fällt, die Angebotskurve steigt. Im Schnittpunkt liegen der Gleichgewichtspreis P* und die Gleichgewichtsmenge Q*. Ein Preisdeckel PD unterhalb von P* senkt die angebotene Menge auf QA und erhöht die nachgefragte Menge auf QN. Die Differenz QN − QA ist die Knappheit. Zwei Pfeile fassen zusammen: Absicht — der Preis sinkt von P* auf PD; Ergebnis — die angebotene Menge sinkt von Q* auf QA.

In jedem Kapitel Vom Argument zur Evidenz

  1. Argument lesen

    Lies, was eine Maßnahme erreichen soll und was die ökonomische Theorie dazu sagt.

  2. Regler bewegen

    Verändere Elastizitäten, Steuersätze oder Marktparameter und sieh die Wirkung sofort.

  3. Mit der Evidenz vergleichen

    Vergleiche die Vorhersage des Modells mit Studien und Daten. Die Modelle sind vereinfacht, die Realität ist komplexer.

Zu den 15 Kapiteln

15 Kapitel in fünf Themen

Jede Seite — außer der Ethik-Seite — enthält interaktive Simulationsmodelle.

Hat Dir die Website etwas gebracht?

Diese Website hat keine Werbung, kein Tracking und keine Bezahlschranke. Wenn Du magst, kannst Du mir einen Kaffee spendieren.

Der Knopf führt zu Buy Me a Coffee. Freiwillige Unterstützung, keine Spende im steuerlichen Sinn — eine Spendenquittung gibt es nicht.

Spendier mir einen Kaffee